Relativ klar war für mich von Anfang an: Ich werde diese Tour allein unternehmen! Ich brauche mein eigenes Tempo, möchte mich nicht auf Mitfahrende einstellen, die vielleicht schneller oder langsamer fahren als ich, die an dem einen oder anderen Ort länger verweilen möchten oder nicht, deren Kräfte länger reichen oder schneller zu Ende gehen. Ich möchte mich ganz auf den Weg einlassen, der für mich auch eine Art Pilgerweg sein wird. Das Thema der Trennung Europas, die Wiedererlangung der Freiheit (und möglicherweise deren jetzt drohender erneute Verlust) begleitet mich mein ganzes Leben. Interessanterweise bin ich offenbar der erste aus den ostdeutschen Bundesländern, der diese Tour unternimmt bzw. darüber berichtet. Die Autoren der Bücher (ICT 2026 - Literatur), die ich über den Iron Curtain Trail gelesen habe, kamen alle aus westlicheren Gefilden.
Klar war von Anfang an für mich auch: Ich fahre die Tour mit einem normalen Fahrrad, das ich auch im Alltag benutze. Im Augenblick fahre ich (Achtung Werbung!) ein Cube Kathmandu Pro, mit dem ich mehr als zufrieden bin und mit dem ich auch schon einige kleinere Touren unternommen habe. Für die gesamte Tour plane ich ein halbes Jahr ein, realistisch erscheinen mir Tagesstrecken von etwa 70 Kilometern, mal mehr, mal weniger. Ich habe da keinen sportlichen Ehrgeiz. Der einzige Termin, der fix ist, ist die Abiturfeier meines Sohnes im Juli 2028 - da muss ich zwischendurch mal wieder in Dresden sein.
Zwei Jahre vor dem geplanten Start fange ich schon an, mir darüber hinaus über die Ausrüstung( ICT 28: Ausrüstung) Gedanken zu machen. Ich versuche so minimalistisch wie möglich unterwegs zu sein, und zum Glück bieten Outdoor-Ausstatter zunehmend auch leichtgewichtige Ausrüstungsgegenstände an. Besonders beschäftigt mich die Frage, wie ich meine technischen Geräte, die ich zur Dokumentation mitnehmen möchte, zuverlässig mit Strom versorgen kann...
Die meisten Sorgen bereitet mir heute (März 2026): Wie bekomme ich mein Fahrrad nach Kirkenes (es muss schon das Flugzeug sein, denn nach meinen bisherigen Recherchen fährt dort oben keine Eisenbahn)? Und wie entwickelt sich der russische Krieg? Eigentlich hätte ich ja gerne einen Abstecher nach Petersburg und Kaliningrad gemacht, aber davon wird aktuell aus nachvollziehbaren Gründen abgeraten.
Ich habe mich schon öfter gefragt, ob ich mir Partner ins Boot hole - nicht zum Mitfahren, aber zur größtmöglichen Verbreitung in der Öffentlichkeit, um in diesen schwierigen Zeiten ein positives Zeichen für ein einiges Europa zu setzen. Als ADFC-Mitglied scheint mir der Fahrradclub ein guter Ansprechpartner, für die lokale Öffentlichkeit die "Sächsische Zeitung", für die Technikinteressierten ein Fahrradhändler. Na, mal sehen, was sich da ergibt.