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Kontra: Es ging auch anders

Der Maßstab für eine Antwort ist weniger das Verhalten vor 16 Jahren, sondern die heutige Auseinandersetzung damit. Veränderung setzt Anerkenntnis der Schuld voraus, Vergebung die Reue des Täters und Wiedergutmachung, nicht das notgedrungene Eingeständnis dessen, was sowieso offenbar wurde. Die Argumente „Ich habe doch niemandem geschadet“ oder wahlweise „Ich konnte ja nicht anders“ gehen genauso fehl wie die unerfüllbare Aufforderung an die Opfer, „nun endlich Ruhe zu geben“. Der einzelne Bericht mag unerheblich, ja zuweilen lächerlich gewesen, der Betroffene den ganz schlimmen existenziellen Folgen entgangen sein. Oft wird aber vergessen, dass das Getriebe eben mit diesen vielen kleinen Rädchen am Laufen gehalten wird. Es hat immer die Möglichkeit gegeben, „Nein“ zu sagen – natürlich um den Preis schlechterer Karrieremöglichkeiten, damals wie heute. Die moralische Antwort muss – nach meiner Erfahrung und vor diesem Hintergrund – in den meisten Fällen „Nein“ sein, auch wenn ein demokratischer Rechtsstaat den damaligen Tätern heute mehr Rechte einräumt, als die Opfer vordem je hatten.

Andreas Warschau aus Altenberg ist Kreisrat der Grünen und Chef des Grünen-Kreisverbandes.


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Übrigens: Gallinae ist die lateinische Bezeichnung für Vogel. Vielleicht hat sich Herr Gallinat aber auch nach der „Dermanyssus gallinae“, der Roten Vogelmilbe, benannt. Bei Wikipedia fand ich zu diesem Tierchen folgende Beschreibung:

Die Rote Vogelmilbe (Dermanyssus gallinae) zählt zur Gruppe der Milben und ernährt sich parasitär vom Blut der Wellensittiche und Kanarienvögel.
Die Rote Vogelmilbe befällt die Vögel nur nachts, am Tage versteckt sich der Parasit in Ritzen und Spalten des Vogelkäfigs. Wenn es zu viele von ihnen gibt, verstecken sie sich am Tage auch auf dem Tier. Unter einer Lupe kann man die kleinen roten und schwarzen Punkte erkennen. Die Färbung hängt von der Verdauung und Blutaufnahme ab. Sie halten sich auch tagsüber bei brütenden Vögeln im Nistkasten auf.
Nestlinge können durch die ständige Blutabnahme schon bei geringen Befall sterben. Erkrankte Vögel kratzen sich ständig genervt schon das Gefieder. Um die Milben sicher zu erkennen, sollte man nachts ein weißes Tuch über den Käfig legen. Kann man am morgen darauf schwarze oder rote Punkte sehen, kann man sich fast sicher sein, dass es sich um die Vogelmilbe handelt.
Man sollte mit dem befallenen Tier einen Tierarzt aufsuchen, da das Tier behandelt und der Käfig gereinigt werden muss, da die Rote Vogelmilbe auch Tiere und Menschen befallen kann.