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Fröse besetzt Rathaus

Sächsische Zeitung 19. April 2006

Bannewitz. Christoph Fröse stellt sich auf Hinterbeine. Gestern Mittag kam der 51-Jährige ins Rathaus, besetzte den Platz des Bannewitzer Bürgermeisters und behauptete die Stellung. Damit ignoriert er die Landrats-Entscheidung, dass er vor allem wegen intensiver inoffizieller Stasi-Tätigkeit nach seiner Wahl das Amt nicht antreten darf.

Die SZ erreichte ihn auch gleich am Bürgermeistertelefon. „Gestern habe ich gegen den Beschluss des Landrats Klage eingereicht“, sagte er. Fröse behauptet, dass dies aufschiebende Wirkung habe, so dass er sein Amt antreten darf. Vize-Landrat Thomas Rechentin (CDU) schüttelt über das dreiste Vorgehen nur mit dem Kopf. Laut Gesetz habe eine Klage eben keine aufschiebende Wirkung. Demzufolge dürfe Fröse den Posten nicht besetzen. Die Geschäfte liegen in den Händen der Stellvertreter des Rathauschefs, Peter Schlobach (Freie Wähler) und Marion Neugebauer (Bürgergemeinschaft).

Die demonstrierten gestern nach einer Krisentagung im Rathaus, dass sie sich von Fröse nicht die Butter vom Brot nehmen lassen wollen. Das machte Schlobach deutlich. Er und Marion Neugebauer führen die Geschäfte und üben das Hausrecht aus. Der Bescheid des Landrats über die Ungültigkeit der Bürgermeisterwahl sei eindeutig. Zur nächsten Ratssitzung am 24. April soll ein neuer Amtsverweser gewählt werden. Wie Schlobach Fröse die Tür weisen wollte, kommentierte er gestern nicht. (SZ/phi)