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Samstag, 18. Juni 2011
(Sächsische Zeitung)

 

PLAUEN
Seit Anfang April ziert ein großer Blumentopf das Rondell. Die Stadt lehnte nun ab, dass er auf Dauer stehen bleiben darf.

Im Streit um mehr Grün auf dem Kreisverkehr an der Tharandter Straße ist die letzte Runde eingeläutet. Seit Pfingsten ist ein großer Blumenkübel von der Mitte des Rondells verschwunden. Er steht nun am Rand des Kreisverkehrs neben dem Bürgersteig. Bezeichnenderweise unter dem Schild eines ehemaligen Biergartens mit der Aufschrift „Tschüß, bis bald!“. Wer den Blumenkübel zur Seite geräumt hat, ist nicht bekannt. „Seit Pfingstsonntag steht er dort“, sagt Anwohner Andreas Warschau.

Seit April stand der Kübel mitten auf dem Kreisverkehr. Zunächst war unklar, wer ihn dorthin gebracht hatte. Mehrfach berichtete die SZ darüber. Eine Gruppe, die sich Blumenguerilla nennt, bekannte sich schließlich dazu. Ihre Botschaft: Sie wollten sich gegenseitig damit grüßen. Bei Anwohnern und Umweltinitiativen kam das ganz anders an. Sie sahen den anonymen Blumengruß als Aufforderung für mehr Grün auf dem Rondell. Das hatte die Stadt bewusst nicht eingeplant, weil auch Schwerlastverkehr über den Kreisverkehr rollen soll. Eine Grünfläche oder Blumenkübel wären dafür hinderlich.

Dennoch: Die Jugendgruppe der Grünen sowie Andreas Warschau beantragten bei der Stadt eine Sondergenehmigung. Demnach sollte nicht nur der Blumenkübel fester Bestandteil des Kreisverkehrs werden. Es sollten auch andere Pflanzschalen aufgestellt werden. Das wies die Stadt jetzt zurück. Eine Prüfung habe ergeben, dass das Aufstellen von Blumenkübeln im Kreisverkehr unzulässig ist, heißt es in einem Schreiben aus dem Sachgebiet Straßenverwaltung. Diese würden die Schwerlasttransporte behindern. Weil nicht abzusehen sei, wann die Lastwagen den Kreisverkehr passieren, ist es schwer, einen Plan zum rechtzeitigen Wegräumen der Kübel zu erarbeiten. Andreas Warschau will die Angelegenheit damit erst einmal ruhen lassen. Schade findet er es trotzdem, dass der Kreisverkehr nun Asphaltwüste bleibt. „Die Antwort der Stadt ist aber eindeutig“, sagt er. Annechristin Kleppisch